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Die Ferienzeit ist zu Ende und ich versuche, wieder im Alltag mit allen seinen Mühen Fuß zu fassen.
Ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.
Prediger 3,13
Essen und Trinken, ja, das haben wir zur Genüge im Gegensatz zu vielen anderen hier bei uns und besonders in anderen Teilen unserer Welt. Mühen haben wir auch genug.
Egal, wo auf der Welt wir leben – jeder Mensch sehnt sich nach dem Paradies. Auch die Vorstellung des Paradieses dreht sich um Essen und Trinken, Bäume und Sträucher voller Früchte – sogar Früchte der Erkenntnis, Quellen frischen Wassers und im Paradies, da gibt es keine Mühen, da brauchen wir uns nicht sorgen.
Heutzutage wird die Vorstellung des Paradieses immer bunter – ja, schriller. Da hängen nicht mehr Äpfel an den Bäumen, sondern Gummibärchen und gebratene Hähnchen fliegen einem in den Mund. Da quillt nicht frisches Wasser aus dem Fels, sondern sonderliche Getränke versprechen, ein Jungbrunnen zu sein und jede nur erdenkliche Mühe wird durch technische Errungenschaften eliminiert.
Aber wir sind nicht im Paradies, an der Mühe kommen wir nicht vorbei, genauso wenig wie an Essen und Trinken. Und mancher zerbricht an der Mühe.
Aber haben wir auch den guten Mut, trotz allem?

Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?
Mt.6,26
Beneidenswert! Ihre Mühe ist nicht einmal erwähnenswert. Natürlich, auch die Vögel haben Mühe, das Futter fliegt ihnen auch nicht in den Schnabel. Sie müssen schon danach suchen. Auch müssen sie ein Nest bauen, ihren Nachwuchs pflegen.
Doch es scheint, als ob sie ihre Mühe – die ja zum Leben dazugehört – mit einer unglaublichen Leichtigkeit nehmen – einem Aufwind gleich.
Ob wir die Mühe leicht nehmen können oder an ihr zerbrechen ist eine Frage des guten Mutes, den die Vögel unter dem Himmel sicher haben, aber auch uns ist der gute Mut eine Gabe Gottes. Und wenn wir diese Gabe annehmen und guten Mutes unsere Mühen auf uns nehmen, werden unsere Bemühungen Früchte tragen.
Sigrid Sabrowski
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