Ein interessanter Blick ins „Heilige Land“

Ein zweiter Eindruck derselben Veranstaltung

 

Sebastian Schneider hatte zu einer Diskussions- und Informationsveranstaltung nach Lübeck eingeladen unter der Überschrift „Wem gehört das Heilige Land?“, und da wir im Konvent bereits von seiner Tätigkeit in Israel und Palästina gehört hatten – er hat inzwischen eine AG gegründet, zu der auch Dieter Waldner gehört – fuhren wir hin: Wittigo und ich.

Dort im Gemeindehaus trafen wir einige Leute, die zu dem von ihm initiierten Verein gehören, und auch seine sehr nette Frau Anette, und kaum saßen wir am langen Tisch, begann Sebastian, uns von der langen und dramatischen Geschichte dieses Landes Israel zu erzählen: sowohl biblisch als auch historisch hörten wir von den Dramen von Vertreibung, Gefangenschaft, Landnahme und wieder Vertreibung, von Tempelbau und Zerstörung und von immer neuen Besitznahmen unterschiedlicher Sieger . Noch niemals war es mir so klar geworden, auch anhand alter und neuer Landkarten, welche Schicksale das „Volk Israel“ durchgemacht hatte, und wie zwangsläufig die heutige Angst ist, wiederum vertrieben zu werden.

Und ebenso: wie begründet der Anspruch der Palästinenserist, auch ihre Heimat da zu haben. Das zu hören – und so plastisch und lebendig – hat mich richtig „wachgerüttelt“!

Im zweiten Teil berichtete Anette dann von ihrer beider Erfahrungen zuerst in Israel, dann nahe Ramallah. Sie sagte: „Als ich in Israel war, fühlte ich 150%ig mit den Israelis, und als ich danach in Palästina arbeitete, ebenso 150%ig mit den Palästinensern.“ Nachdem sie dann diese unverhältnismäßigen Erschwerungen des Lebens der Palästinenser erlebt hat – Ihr kennt das aus den Medien: die Checkpoints, die Gewehre, die Hubschrauber usw., eben die totale Überlegenheit der Israelis, und besonders die Siedlungspolitik (!) – kann sie jetzt diese Machtpolitik der Israelis „nicht mehr mittragen“.

Der Plan ist, in einem schlecht versorgten Gebiet nahe Ramallah ein Familienzentrum aufzubauen, mit vielfältigen Angeboten – z.B. auch bessere medizinische Versorgung im Dorf, aber eben für Familien und Kinder einfach einen Treffpunkt, bei dem es Hilfen gibt – und das kann ich mir jetzt gut vorstellen! Leute die interessiert sind, sollten dazustoßen!!

Es gab noch zwei Arbeitsgruppen, eine unter dem Aspekt „Begegnungen zwischen Israelis / Palästinensern und uns: Was möchten wir dort erfahren und was möchten wir ihnen hier zeigen?“ und eine als Ideenwerkstatt für ein Familienzentrum in Palästina: „Was gehört dazu und was wünschen wir uns dort?“

„Last but not least“ gab es ein ganz köstliches, orientalisches Buffet, dass Sebastian selbst fabriziert hatte und wo es von Couscous, Avocadocreme, Bällchen, Falafel, Salaten nur so wimmelte.

Herzliche Dank, Sebastian!

Marie-Luise

 

 

Studienfahrt 2011 - Palästina
"Wem gehört das Heilige Land?"